Alkoholikertypologie nach Jellinek

Die Alkoholikertypologie nach Jellinek ist eine gängige Klassifikation des Alkoholismus im Suchtbereich. Erstmals wurde sie 1960 vom US-amerikanischen Physiologen und Erforscher der Alkoholkrankheit Elvin M. Jellinek in seinem Buch “The Disease Concept of Alcoholism” vorgestellt.

Alkoholikertypen

Nach Jellinek werden 5 verschiedene Typen von “Alkoholikern” unterschieden wobei diese durch die ersten 5 Buchstaben des griechischen Alphabets abgekürzt werden.

Alpha-Trinker (α)

  • Typ: Problemtrinker
  • Kennzeichen: “Erleichterungstrinker” in konfliktreichen Lebensphasen.
  • Sucht: Eine körperliche Sucht besteht nicht, es liegt jedoch eine seelische Abhängigkeit vor.
  • Trinkverhalten: Das Trinkverhalten ist undiszipliniert mit Kontrollverlust. Gesundheitsschäden und soziale Auffälligkeiten sind nicht selten.
  • Übergang: in die Alkoholabhängigkeit vom Gamma-Typ (s. u.) ist häufig.

Beta-Trinker (β)

  • Typ: Gelegenheits- oder Verführungstrinkertrinker
  • Kennzeichen: trinken in Gesellschaft (z.B. auf Feiern jeglicher Art).
  • Sucht: keine psychische oder physische Sucht, leichte Verleitung zum Konsum, Schädigung der Gesundheit durch unverantwortliches Handeln Beta-Alkoholiker sind suchtgefährdet
  • Übergang: ein Übergang in einen Delta-Trinker kommt nicht selten vor

Gamma-Trinker (γ)

  • Typ: Suchttrinker (Alkoholismus im engeren Sinne)
  • Kennzeichen: süchtiges Trinken mit Kontrollverlust, Trinkexzesse und unauffällige Phasen wechseln sich ab.
  • Sucht: stärkere psychische wie physische Sucht, der erste Schluck Alkohol löst immer häufiger ein scheinbar unstillbares Verlangen nach immer mehr Alkohol aus

Delta-Trinker (δ)

  • Typ: Spiegel- oder Pegeltrinker
  • Kennzeichen: es wird eine bestimmte Mindestmenge Alkohol benötig, um sich gut zu fühlen, ohne Alkohol treten bei Delta-Trinkern häufig unerwartet heftigen Entzugserscheinungen wie Tremor, Diarrhö und Schlaflosigkeit auf, erhöhte soziale Auffälligkeit (selten ganz nüchtern, aber auch selten betrunken)
  • Sucht: stärkere körperliche wie psychische Abhängigkeit.

Epsilon-Trinker (ε)

  • Typ: Quartalstrinker (Dipsomanie)
  • Kennzeichen: monatelange Abstinenz ⇒ gefolgt von Episoden exzessiven Alkoholkonsums, während der Trinkphase kommt es zum Kontrollverlust, Trinkexzesse können tagelang anhalten und zu vorübergehendem Gedächtnisschwund (Filmriss) und illusionärer Verkennung führen, nach dieser Phase folgt meist wieder eine Phase der Abstinenz
  • Sucht: psychische Abhängigkeit

Quellen

  • Haupt, W. F. & Gouzoulis-Mayfrank, E. (2016). Neurologie und Psychiatrie für Pflegeberufe (Krankheitslehre) (11. aktualisierte Aufl.). Thieme – ISBN 978-3134536119
  • Alkoholikertypologie nach Jellinek – DocCheck Flexikon (abgerufen am 14. Januar 1922)
War dieser Artikel hilfreich?

Schreibe einen Kommentar