Blutdruck

Als Blutdruck wird die Kraft, die das Blut auf die Gefäßwand einer Arterie und Vene ausübt, bezeichnet. Die Messung erfolgt meist in der Maßeinheit Millimeter Quecksilbersäule (mmHg). Bei maschineller Messung kommt auch häufig die Einheit Kilopascal (kPa) zum Einsatz; 7,5 mmHG ≈ 1 kPa.

Physiologische Grundlagen

Der Blutdruck wirkt sowohl in den Arterien wie auch in den Venen. Im Klinikalltag ist mit “Blutdruck” jedoch sprachgebräuchlich immer der Druck in den größeren Arterien gemeint. Physikalisch hängt der arterielle Blutdruck von folgenden Faktoren ab:

  • Gefäßwiderstand der Arterie
  • Herzminutenvolumen
  • Blutvolumen im Gefäßsystem

Der Blutdruck passt sich, gemeinsam mit dem Puls, an die jeweiligen Erfordernisse an ⇒ Körperliche Anstrengung = Puls und systolischer Blutdruck sind höher als in der Ruhephase, der diastolische Blutdruck bleibt bei gesunden Menschen gleich.

Systolischer Blutdruck

Als systolischer Blutdruck wird der maximale Druck im Gefäß (Spitzendruck) bezeichnet. Er entsteht während der Herzkammersystole

Diastolischer Blutdruck

Als diastolischer Blutdruck wird der minimale Druck im Gefäß während der Herzkammerdiastole bezeichnet. Er wird auch in der Zeit zwischen zwei Herzschlägen nicht unterschritten und gilt als Maß für die Dauerbelastung der Gefäßwände. Der diastolische Blutdruckwert gibt an, mit welchem Druck die Koronararterien (Herzkranzgefäße) durchströmt (perfundiert) werden.

Mitteldruck (MAD)

Als Mitteldruck wird der mittlere arterielle Druck zwischen systolischem und diastolischen Blutdruck bezeichnet. Der Mitteldruck (MAD) entspricht nicht dem arithmetischen Mittelwert. Er ist im Rahmen einer Reanimation unverzichtbar um das Ausmaß der Organschädigung und die Effektivität der Herzdruckmassage einzuschätzen.

Der Mitteldruck wird anhand der folgenden Formel berechnet:

MAD=\frac{systolischer Blutdruck + (2 \cdot diastolischer Blutdruck)}{3}

Beispiel: Blutdruck (RR) 130/80 mmHg

MAD=\frac{130 + (2 \cdot 80)}{3} \approx 96,6 mmHg

Bei einem Blutdruck von 130/80 mmHg beträgt der Mitteldruck gerundet 97mmHg .

Blutdruckamplitude

Als Blutdruckamplitude wird die Differenz zwischen systolischem und diastolischem Blutdruck bezeichnet.
Beispiel: Blutdruck 130/80 ⇒ Amplitude = 50

Messung des arteriellen Drucks

Hauptartikel: Blutdruckmessung

Man unterscheidet die direkte (invasive, blutige) arterielle Druckmessung mittels eines Druckfühlers in einem Blutgefäß von der indirekten (nichtinvasiven, unblutigen) Messung, die mit Hilfe einer Blutdruckmanschette an einer Extremität durchgeführt wird.

Eine direkte arterielle Druckmessung wird vor allem von Anästhesisten zur Überwachung während einer Operation und auf einer Intensivstation eingesetzt.

Die indirekte arterielle Druckmessung ist aufgrund der schnellen und ungefährlichen Durchführung heute Mittel der Wahl in den meisten medizinischen Bereichen. Man unterscheidet die manuelle Messung von der automatischen mittels eines digitalen Gerätes (siehe Blutdruckmessgerät). Die manuelle Messung kann auskultatorisch, palpatorisch oder oszillatorisch durchgeführt werden.

Einteilung der Bluthochdruck-Werte nach WHO/ISH

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichte 1999 zusammen mit der International Society of Hypertension (ISH) die 2003 überarbeiteten WHO/ISH Hypertension guidelines (deutsch WHO/ISH Leitfaden Bluthochdruck) mit der folgenden Einteilung für erwachsene Menschen.

Grad systolisch (mmHg) diastolisch (mmHg)
Hypertonie Grad 1140–15990–99
Hypertonie Grad 2160–179100–109
Hypertonie Grad 3≥ 180≥ 110
Tabelle 1: Einteilung der Bluthochdruck

Einzelnachweise

  • Pflege, Menche, N. (2014). Pflege Heute: Lehrbuch für Pflegeberufe (6. Aufl.). Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH. – ISBN 978-3437267741
  • Biologie Anatomie Physiologie, Menche N. (2016). Biologie Anatomie Physiologie – kompaktes Lehrbuch für Pflegeberufe (8. Aufl.). Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH – ISBN 978-3437268038
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