Transtheoretisches Modell

Die 6 Stadien des transtheoretischen Modells
Abb. 1.1 Die 6 Stadien des transtheoretischen Modells

Das transtheoretische Modell (kurz TTM) gliedert sich in 6 Stadien und wurde hauptsächlich von James O. Prochaska (Universtität von Rhode Island) und Carlo DiClemente (Universität von Balitmore) entwickelt und soll eine Einschätzung und Beeinflussung des Gesundheitsverhaltens von Patienten ermöglichen. Das Modell basiert auf der Annahme, dass Änderungsprozesse mehrere qualitativ unterschiedliche und allmählich aufeinander aufbauende Stufen durchlaufen. Daher wird das transtheoretische Modell oft auch als Stufenmodell der Verhaltensänderung bezeichnet (“Stages of Change”). Das Modell wurde auf unterschiedliche Gesundheitsverhaltensweisen, z. B. Tabakkonsum, Alkoholkonsum (Alkoholismus), Ernährung, körperliche Bewegung/Sporttreiben adaptiert.

Abkürzung:
TTM
Englisch:
transtheoretical model

6 Stadien des transtheoretischen Modells

Das Modell stellt eine Verhaltensänderung des Patienten als einen mehrstufigen Prozess dar, die sich in sechs verschiedene Stadien eingeteilen läßt.

  • Absichtslosigkeitsstadium (Pre-contemplation)
  • Absichtsbildungsstadium (Contemplation)
  • Vorbereitungsstadium (Preparation)
  • Handlungsstadium (Action)
  • Aufrechterhaltungsstadium (Maintenance)
  • Abschlussstadium (Termination)

Absichtslosigkeitsstadium

In Absichtslosigkeitsstadium befindet sich der Patient zu Beginn der Behandlung im Zustand der Sorglosigkeit. Es ist vorest kein Problembewusstsein für das zu ändernde Verhalten vorhanden und das Problem wird nicht als solches wahrgenommen.

Absichtsbildungsstadium

Der Patient wird sich des schädigenden Verhaltens bewusst und es erfolgt eine erste Planungen, dieses Verhalten zu ändern. Es bestehen zum Zeitpunkt der Absichtsbildung jedoch noch keine konkreten Verhaltensänderungspläne.

Vorbereitungsstadium

Sobald das Problembewusstsein gereift ist, werden im Stadium der Vorbereitung vom Betroffenen konkrete Pläne und Ziele über die Möglichkeit einer Verhaltensänderung gefasst. Weiter können hier erste Schritte in Richtung dieser Verhaltensänderung unternommen werden.

Handlungsstadium

Das Handlungsstadium zeichnet sich durch konkrete Schritte der Verhaltensänderung aus. Es erfolgt eine Änderung oder Abstellung des Verhaltens (z. B. bei Alkoholismus, Nikotinabusus etc.).

Aufrechterhaltungsstadium

Das Stadium der Aufrechterhaltung dient dem Patienten in erster Linie dazu, das soeben abgestellte oder veränderte Verhalten beizubehalten und nicht unmittelbar nach dem Handlungsstadium wieder rückfällig zu werden. Eine erste Konsolidierung (Heilung oder Nichtfortschreiten) der Verhaltensänderung findet statt.

Abschlussstadium

Im Abschlussstadium (andauernde Aufrechterhaltung) wurde das neue Verhalten verinnerlicht und wird aufrechterhalten. Der Patient erreicht durch die Beibehaltung der Verhaltensänderung eine Manifestation (Sichtbarwerden) des Verhaltens und sichert so den langfristigen Erfolg und die wirkliche Verhaltensänderung.

Phasensynchrone Beratungsstrategie

Die phasensynchronen Beratungsstrategie ist eine Beratung, die die Verhaltensänderung begleitet. Sie orientiert sich an den 6 Phasen des transtheoretische Modells, die der Patient durchläuft und bietet somit eine optimale Begleitung des Prozesses.

  • Absichtslosigkeitsstadium ⇒ Problembewusstsein schaffen
  • Absichtsbildungsstadium ⇒ Auflösung möglicher innerer Konflikte (Ambivalenzen), Bestärkung
  • Vorbereitungsstadium ⇒ Planung von Zielen in kleinen Schritten
  • Handlungsstadium ⇒ Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten stärken
  • Aufrechterhaltungsstadium ⇒ Beratung und Anwendung zu/von Rückfallprophylaxen
  • Abschlussstadium ⇒ Das Zielverhalten automatisieren

Quellen

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